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Kultur im Lockdown – Auswertung und Ergebnisse der Umfrage

Bereits im Mai 2020 haben wir eine Umfrage zum Thema “Kultur in Zeiten von Corona” erstellt, um Veranstaltern die Möglichkeit zu geben, die Umsetzung von Konzerten auf die Wünsche und Bedürfnisse von Künstlern und Fans abstimmen zu können. Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen. Die Einstellung vieler zu den Coronamaßnahmen hat sich geändert, die Situation der Kulturbranche ist prekärer und der Stellenwert von Live-Kultur ein breit diskutiertes Thema geworden. Zeit, diese Themen mit Zahlen zu untermauern, erhoben aus einer zweiten Umfrage. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns durch ihre Teilnahme unterstützt haben!

“Kultur im Lockdown” – das ist seit Anfang November bittere Realität. Akzeptierte Realität, genauer gesagt: Zwei Drittel aller Befragten halten die Schließung der Kultureinrichtungen im Zuge des “leichten” Lockdowns für angemessen. Ein gutes, abgesegnetes Hygienekonzept sollte allerdings einem fast identischen Anteil zufolge bei vergleichbaren Zahlen in Zukunft die Möglichkeit eröffnen, eine erneute Schließung zu umgehen. Ein Kritikpunkt vieler Veranstalter seit Anfang November, deren akribisch ausgearbeitete Hygienekonzepte durch das Veranstaltungsverbot vonseiten der Politik pauschal für wertlos erklärt wurden. Es fehlt an Auseinandersetzung mit dem Einzelnen, am Willen zur Findung individueller Methoden, die Veranstaltern mit entsprechenden Konzepten einer Fortsetzung ihrer Arbeit ermöglichen würden. Davon hängt das Einkommen hunderttausender Arbeitnehmer ab, die aus Sicht fast aller Umfrageteilnehmer im Kontext von Corona nicht genug Aufmerksamkeit erfahren. Erwartungsgemäß haben über 90% der Befragten daher kein Verständnis für eine selbst nach Beginn des harten Lockdowns bestehen bleibende Erlaubnis zur Durchführung von u.a. Gottesdiensten. Die dort umgesetzten Hygienemaßnahmen gleichen denen bei Kulturveranstaltungen. Gemessen werden die Bedürfnisse der Menschen nach Veranstaltungen unterschiedlicher Art offenbar mit zweierlei Maß; Unmut darüber vonseiten des Live-Kultur-Publikums ist umso verständlicher angesichts der Tatsache, dass sich der Stellenwert von Kulturveranstaltungen seit Anfang 2020 für mehr als die Hälfte aller Befragten noch einmal erhöht hat.

Einigkeit herrscht auch hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen für Kulturveranstaltungen im Jahr 2021: Über die Hälfte der Befragten wünscht sich eher ein paar mehr Maßnahmen als in der Hygieneschutzverordnung vorgegeben, nur ein gutes Sechstel würde eine Veranstaltung unabhängig von ihrem Sicherheitskonzept besuchen – es sei denn, es beinhaltet die Pflicht zur Vorlage eines Impfausweises. Diese würde sich zwar knapp 20% bei zukünftigen Veranstaltungen wünschen. Fast doppelt so viele Teilnehmer würde diese Maßnahme allerdings unabhängig ihrer persönlichen Meinung zur Impfung schon aus Prinzip vom Besuch der Veranstaltung abhalten, da sie einen derartigen indirekten Zwang für nicht vertretbar halten. Ein weiteres Zehntel hätte Verständnis für die Maßnahme, würde durch sie jedoch ebenfalls vom Veranstaltungsbesuch abgehalten werden.

Zusammengefasst: Aktionismus in Form pauschaler Schließungen ohne Prüfungen einzelner Hygienekonzepte, nach wie vor zu wenig Interesse an der Kulturbranche vonseiten der Politik, Schließungen von Kultureinrichtungen bei gleichzeitiger Erlaubnis anderer Veranstaltungen mit gleichen Umständen – Der Unwillen der Politik, sich mit der Situation der Kulturschaffenden auseinanderzusetzen, ist wohl der Hauptkritikpunkt der Befragten. Dies bedeutet allerdings nicht den Wunsch nach einem verantwortungslosen Umgang mit dem Virus durch die undurchdachte Fortführung aller Kultureinrichtungen in Lockdown-“Light“-Zeiten. Sicherheit ist für die Teilnehmer von hoher Wichtigkeit, wenngleich sich am kontroversen Thema der Impfausweis-Vorlagepflicht zeigt, dass die potenzielle Wirksamkeit einer Maßnahme ihre Umsetzung alleine noch nicht rechtfertigt.